Ludwig van Beethoven: 9. Sinfonie

Beethovens erste ernst zu nehmende Ideen für eine Sinfonie in d-moll stammen von 1812. Schon in diesem Jahr erwog er Verse aus dem Schillerschen Gedicht "Ode an die Freude" in eine Ouvertüre ("Zur Namensfeier") einzufügen, das Werk erschien dann aber ohne Text.

Die Idee zu einer Sinfonie mit Chorfinale taucht zum ersten Mal in einer Skizze 1818 auf. Zwischenzeitlich ließ Ludwig van Beethoven die Skizzen zu seiner Sinfonie Nr. 9 in d-moll op. 125 oft liegen und erst am 07.05.1824 kam es im k. u. k. Hoftheater in Wien zur Uraufführung. Die Reaktion des Publikums war überwältigend. Nur der taube Beethoven konnte die Reaktionen der begeisterten Zuhörer nicht hören. Erst als ihn die Alt-Solistin sanft dem Publikum zu wendete, sah er den Beifall.

Die Sinfonie gliedert sich in folgende Sätze:

1. Satz: Allegro, ma non troppo
2. Satz: Molto vivace - Presto - Molto vivace Scherzo
3. Satz: Adagio molto e cantabile
4. (mit Schlusschor: Ode an die Freude) Presto

Im ersten und zweiten Satz scheint es um die Leiden der schwachen Menschheit zu gehen. Dann, im dritten Satz findet man eine melancholisch fundierte Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies, das in der "Katastrophe" des ersten Satzes zerstört schien. In dem letzten Satz wird aus der Tonsprache dann eine menschliche Stimme, es kommt zur Lösung des Problems: "O Freunde, nicht diese Töne! Sondern lasst uns angenehmere anstimmen." Beethoven öffnet die Sinfonie also für die menschliche Stimme, um mit Schillers Worten das zu sagen, was ihm selbst wesentlich war: "Alle Menschen werden Brüder" und "Überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen."

 

 
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